Bericht über An-Kneipe, Semesterparty und Akademischer Abend (10.-13.05.2019)

22. Mai. 2019 | von | Kategorie: Allgemein

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns. Eingeleitet wurde es am Freitag mit unserer lang ersehnten An-Kneipe. Diese wurde spontan von Altbursch Ford geschlagen, da unser lieber X Rockit leider verhindert war. Er lag mit gebrochener Nase und mit bestimmt weinenden Augen, aufgrund seiner aufgezwungenen Abwesenheit, im Krankenhausbett und und gedachte den Feiernden andächtig. Seine Vertretung Ford hatte erst mit der kleinen aber dafür um so motivierteren Corona, bestehend aus Vertretern 10 verschiedener Bünde, um seine Autorität als Präside zu kämpfen. Er überzeugte dann doch durch eine unterhaltsame und für ihn doch überraschend nachdenkliche Rede über die Gemeinschaft und Solidarität in der Gruppe allgemein, sowie in unserer Verbindung im Speziellen. Dabei wurden Beispiele von Personen und Verantwortlichen der eigenen Gruppendynamik eingestreut, mit Attributen behaftet und in klassifizierte Gruppen eingeteilt. Eine vereinfachte aber doch interessante Herangehensweise an die Sozialpsychologie und eine witzige Charakterinterpretation auch anwesender Gäste.

Der Fuxmajor Kimmi One hatte soweit ein Auge auf den Fuxenstall und war zumindest im Offiz gerade noch nüchtern genug, dieser Aufgabe nachzukommen. Schon der Chargenwechsel zum inoffiziellen Teil, führte bei ihr zu mittelschweren Problemen, wie das Anbringen der Schärpe an ihren Nachfolger Bundesbruder Nimbus einer sehr verehrlichten ATV Gothia-Suevia Bonn, welcher geduldig das Prozedere von An- und Ausziehen der selbigen über sich ergehen ließ.

Das Präsiden-Amt ging an den bis dahin fleißig zapfenden Bierwart JB Morgan über. Dieser hatte sich schon freudig vorbereitet und konnte mit der immer heiterer werdenden Corona auch einige neue Lieder anstimmen. Zur Fuxenmimik wurden auch noch improvisierte Intro-Songs von Zeichentrick-Klassikern wie Pokémon und Gummibärenbande zum Besten gegeben. Nach vielen tempus-orienterten Kolloquien, Kneipsnack, provozierten Überschreitungen des Biercomments, einem unterschrieben Deckel (Glückwunsch an Philipp), einem zurückgegeben Deckel (Danke an Müller für deine Schwülstigkeit ;)) und zwei Leibburschwahlen, war diese ereignisreiche Kneipe, der nun schon immer lauter werdenden Corona noch längst nicht lang genug. Weshalb der Präside einfach ein weiteres mal wegen vorgegaukelter Müdigkeit des Vorgängers gegen Farbenbruder Frederik Eisenberger eines verehrlichten VDSt zu Bonn ausgewechselt wurde. Ab dann driftete der Abend wirklich vom feucht- ins nass-fröhliche über, mitsamt Mitternachtsschrei, Fakultätsstrophen und alles was das Liederbuch noch hergeben konnte. Ein unvergesslicher Abend für alle, die sich an irgendetwas noch erinnern können.

Für die Aktivitas gab es nicht viel Zeit für Erholung. Direkt am nächsten Tag hieß es, Aufräumen, Saubermachen, Aufbauen, Dekorieren: Die Räumlichkeiten mussten für die anstehende Semesterparty angerichtet werden. Und auch für diese Neon-Beach-Party waren wieder viele Gäste geladen, viel Alkohol angeschafft, der DJ bestellt, Schwarzlicht ausgerichtet, Red Bull-Kühlschränke in Position gebracht und Farben zum Schminken bereitgestellt worden. Die Leute konnten kommen, die Musik aufgedreht und Getränke geleert werden. Was soll noch gesagt werden? Bei erfolgreichen Partys muss man dabei gewesen sein und wer noch zu viele Einzelheiten weiß, hat etwas falsch gemacht. Zitat einer objektiven und eloquenten Teilnehmerin: „Es war geil!“ © K.ONE

Da auch die sportliche Säule gepflegt gehört und die Gothania auch weiterhin im ATB Präsenz und Leistungsbereitschaft zu zeigen hat, fuhr Verbindungsbruder Crunch zeitgleich zur ATV Gothia-Alemannia Göttingen, um bei dem Sport- und Kneipen-Turnier AGA!lympics teilzunehmen. Dieses gewann er souverän gemeinsam mit seinem Bundesbruder Polar und ließ wohlwollende Grüße von den daheim gebliebenen zurück.

Nachdem also für Lebensbund und Sport an diesem Wochenende schon volle Leistung gezeigt wurde, durfte natürlich auch nicht die dritte Säule, die akademische fehlen.

So dann wurde am Montag zum Akademischen Abend geladen. Eingeläutet wurde dieser mit einem großen Grillessen, denn mit gefülltem Magen füllt sich auch der Kopf gleich viel besser.

Als Gastredner und Lieblingsdozent des besagten Abends kam Verbindungsbruder Prisma aus dem entfernten Zürich zu Besuch um einen Vortrag über Schwarze Löcher zu halten. Zum einen als Doktorand der Physik, das wissenschaftliche Hintergrundwissen mitbringend, als auch begeistert von der Disziplin der Astronomie, bot er sich perfekt an, um auch Laien dieses interessante und hochaktuelle Thema zu präsentieren.

Dafür sollte gerade auf zwei Aspekte der neuesten Forschungsergebnisse eingegangen werden. Nach einem kurzen Exkurs über die Definition und Entstehung Schwarzer Löcher sowie das Verständnis der Raumzeit, wurden diese erläutert. Dabei konzentrierte sich der Vortrag auf die Bedeutung von Gravitationswellen, der Voraussage dieser durch Einsteins Relativitätstheorie, die akribische und hochsensible Messung von ihnen durch riesige und doch feinjustierte Detektoren, wodurch das Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher aufgezeichnet wurde, und die daraus resultierende Bedeutung für den Nachweis von Gravitationswellen und der dadurch folgenden Bildung eines völlig neuen Wissenschaftszweigs der Physik.

Der zweite Aspekt bezog sich auf die erste Fotografie überhaupt eines Schwarzen Lochs durch das Event Horizon Telescope, das Anfang April veröffentlicht wurde und um die Welt ging. Darauf zu sehen ist der aktive Kern der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M 87, mit einem Gewicht von 6,6 Milliarden Sonnenmassen und die durch Gravitation ringförmig verzerrt wirkenden Akkretionsflüsse von fast bis auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigter Marterie. Bei solchen Zahlen und unvorstellbar vielfachen Potenzen begreifbarer Dimensionen, wurde es den Zuhörern ganz schwindlig im Kopf. Der dahinter stehende finanzielle, sowie organisatorische, logistische und kommunikatorische Aufwand ist Außenstehenden schwierig zu verdeutlichen. Für das Zustandekommen dieses verpixelten, farblosen und somit doch eher unspektakulär wirkenden Fotos, war eine Vorbereitungs- und Durchführungszeit von mehreren Jahrzehnten, wie auch eine Zusammenarbeit verschiedenster Nationalitäten und Universitäten von Nöten. Hierfür wurden Radioteleskope weltweit zusammengeschaltet, um so ein virtuelles Riesenteleskop von tausenden Kilometern Durchmesser zu bilden. Dafür war absolute Synchronität und das Verschiffen und Auswerten riesiger Datenmengen erforderlich. Der Nachweis von Gravitationswellen sowie die Fotografie eines Schwarzen Lochs gehören zu den jüngsten wissenschaftlichen Durchbrüchen, welche für den Nobelpreis nominiert, bzw. für diesen schon ausgezeichnet wurden.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Prisma für seine Mühen und Bereitschaft, uns diesen spannenden Vortrag ermöglicht zu haben.

Zum Ausklang des Abends ging es schließlich noch zur Jam Session ins Orange Peel. Dort gab es zum montaglichen „Spotlight on Swing“ entspannte Live-Musik zu der man den Jazz spüren und tanzend wieder raus lassen konnte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Wochenende zwar anstrengend, aber auch lehrreich, finanziell ertragreich, freundschaftsbildend, erfahrungsbringend und vor allem extrem spaßig war.

geschrieben von Crunch

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