Rhein-Main-Saar-Ringkneipe am 26.01.19

28. Mrz. 2019 | von | Kategorie: Allgemein


Und hier kommt der Bericht zur Ring-Kneipe der Gastgeberin ATV Darmstadt mitsamt den Gästen ATV Silesia zu Mainz, ASV Saar-Ostpreußen Saarbrücken und ATSV Gothania Jenensis zu Frankfurt im Wintersemester 18/19. Es war ein aufwühlendes Aufeinandertreffen der verschiedenen
Ausrichter, die in dieser Konstellation zu Letzt im vorangegangenen Wintersemester 17/18 auf dem Saarbrücker Haus das Vergnügen hatten. Damals noch von Kneip-Neulingen geleitet und mit der legendären Döner-Rede gekrönten Ringkneipe, konnte nun Darmstadt zeigen, was es unter einem gelungenen Kneip-Comment versteht. Als Präside durfte sich der frisch gewählte X Mayham die Ehre geben. Seine Anstrengung floss dann sogleich in seine Hauptaufgabe des Abends; einen adäquaten Ersatz in Form eines potenten Präsiden für das Inoffiz zu finden. Nach viel gutem
Zureden und noch ein paar Gläsern Bier mehr, fand er diesen in Gestalt vom Gothanen Crunch.

Die beiden Zapfen waren voll besetzt, was sich zu einer Corona von circa 50 Mann und Männinen Stärke summierte. Darmstadttypisch standen dem Präsiden an jeweils einem Zapfenende gleich zwei Burschen zur Unterstützung entgegen. An dem einen, wie gewohnt, den abgesteckten Fuxenstall überwachend, der amtierende FM. Am anderen Ende, anscheinend den Burschensalon ausspionierend, und damit zumindest für die Gothanen befremdlich, der Stellvertreter des Xen. Allesamt gekleidet in schwarz-gold-hellblaue Schärpen und bewaffnet mit den berühmtberüchtigten und regelmäßig sichergestellten Knochen. Die Kneipe startete fast pünktlich um 19 Uhr CT(ct)* mit gewohnt viel Bier, gewohnt viel Gesinge und gewohnt viel inhaltslosen Grüßen. Noch war die Disziplin gesichert und der Präside (sowie sein Helferlein) mussten ungewohnt wenig zu Contenance ermahnen. Die Festrede ließ der Präside wegen vermutlichem Zeit- und Motivations-Mangel einfach outsourcen und so kam ein Gastredner daher, dessen spontan geschriebene Rede zwar kurz aber dafür in mal mehr oder weniger erkennbarer Reimform vorgetragen wurde. Langsam fing das Kneip-Getränk an, seine Wirkung zu entfalten und auch Verbindungschwester Tempoohra fiel diesem Effekt endgültig zum Opfer, als sie auf ihr offenes Liederbuch sah, das zu schließen ihr entfallen war. Darauf krönten, wie nach Beendigung eines Cantus bekannt, drei gold-schäumende Gemäße und warteten auf ihre Leerung durch den
vergesslichen Liederbuch-Besitzer. Entsprechend gestärkt wurde es so dann auch für Tempoohra und alle um sie Sitzenden nochmal eine Stufe lustiger. Das Offiz ging dann kurzweilig recht schnell um und das Präsidium wurde ausgewechselt.

Dem Brauch entgegenkommend sollten nun auch Vertreter der anderen ausrichtenden Bünde ad pedes zum Tischende gebeten werden. Frankfurt übernahm also den Präsidentisch, Saarbrücken stellte sich als Burschenbeobachter auf (dem Autor ist der offizielle Titel dieses Amtes leider nicht bekannt, dessen Tätigkeit auf schweigendes Herumstarren und -stehen während der gesamten Kneipzeit beschränkt ist) und in Ermangelung eines selbstbewussten Silesen, stellte sich Bobble, Mitglied einer sehr beschwerlichen ASG Kassel, an den Fuxentisch. Crunch startete sodann sein improvisiertes Inoffiz-Programm mit der ihm eigenen durch jahrelange Erfahrung gereiften Kompetenz der Störquellen-Identifizierung und -Minimierung. Nachdem der Burschenbeobachter seine Daseinsberechtigung nicht nachvollziehbar erklären konnte und auch der Contra seiner namensgebenden Aufgabe nicht nachkam: Contra zu geben, begann die willkürliche diktatorische Schreckensherrschaft des Präsiden. Dieser versuchte zwar erst noch den Contra durch Provokationen aus der Reserve zu locken, in dem er ihn beispielsweise konsequent falsch ansprach (Anmerkung: die irrtümliche Behauptung Bobbele hieße Bobbels, kann auch nach Aufklärung des Missverständnisses fortgesetzt werden, aus Prinzip). Doch dieser blieb süffisant lächelnd in aller Ruhe stehen und ließ sich das Geschehen ganz ohne ein eigenes Eingreifen gefallen. Daher stellte der Präside, ganz Autokrat, einfach selbst die Darmstädter Fuchs-Puppe nach vorne, um den Fuxenstall zu vergrößern und damit viele Burschen in diesen schändlichen und seit ihrer erblühenden Aufmüpfigkeit, wohl verdienten Bereich zu versetzen. Langweilige Reden und um sich selbst kreisende Monologe wurden kurzerhand verboten. Was als die Langeweile-Grenze überschreitend galt oder als informativ genug zur allgemeinen Belustigung verstanden wurde, bestimmte unerwartet demokratisch, die Mehrheit der Corona. Als Sanktionen hagelte es Sprechverbote und auszutrinkende Gemäße. Die durch den erhöhten Bierkonsum immer häufiger auftretenden Tempus generalis, waren zeitlich streng geregelt und wer schon zu langsam im Kopf war, um sich zu errechnen, wann genau er nach 12,5 Bierminuten wieder auf seinem Platz zu erscheinen habe, musste dafür mit Strafbier und Umsiedelung rechnen. Damit wurde der Inoffiz gefüllt (sowie die Gäste parallel mit Bier) durch viele laut angestimmte
Lieder, bei denen teilweise die Bierorgel nicht mehr durchdrang, eine verwirrend komische Fuxenmimik, einigen immer interessanter werdenden Redebeiträgen (verdankt durch die auch immer strenger werdende Jury) und einer allgemeinen Ausgelassenheit.

Nach einiger sehr spaßigen Zeit erkannte der erfahrene Präside die Zeichen der sich anbahnenden Anarchie, welche schlussendlich jede Kneipe über kurz oder lang überrollt, wenn entsprechend Alkohol geflossen ist. Erste Delinquenten mussten schon auf dem Straftisch stehend dem Treiben zuschauen und bevor die Situation vollends in die höchste Eskalationsstufe ausarten konnte, wurde der letzte Cantus des Abends angestimmt und diese gelungene Kneipe ehrenvoll unter den Tisch gesoffen.

Silentium ex, Kneipe ex, Bericht ex

PS: Erklärt bitte einer mal den Darmstädtern den Unterschied zwischen Ringkneipe und Kreuzkneipe ;p

PPS: Die Knochen wurden natürlich wieder sichergestellt.

*15 Minuten nach dem Viertel einer vollen Stunde nach der angegebenen Uhrzeit: Korpo-Akademische Viertelstunde

geschrieben von Crunch

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